Notenschrift, Teil 1
Der Leser wird es als selbstverständlich erachten, dass wir uns als anerkannte Quasiwissenschaftler aufgrund unserer Verpflichtung der öffentlichen Meinung gegenüber auch den bildenden Künsten nicht verschließen können. Da wir uns besonders für klassische Musik interessieren, haben wir – mehr aus Spaß an der Freude – vor einiger Zeit damit begonnen, eigene Werke zu komponieren, die sich besonders durch ihre Komplexität und ungewohnt kreativ-innovative Einfälle auszeichnen. Was uns bei der Ausübung unseres Hobbys in erster Linie behindert, ist weniger der Umstand fehlender Musikalität, sondern vielmehr die Tatsache, dass wir leider des Notenschreibens nicht mächtig sind. Daraus resultiert wiederum, dass uns auch beim Notenlesen die notwendige Übung fehlt. Diese Erschwernisse lassen sich jedoch glücklicherweise durch den Umstand ausgleichen, dass wir beide über ein obsoletes Gehör sowie über wildwuchernde Haarbüschel in den Ohren verfügen.
Als wir feststellen mußten, dass Notenschrift unser kompositorisches Schaffen doch weitaus erleichtern würde, haben wir aufgrund quasiwissenschaftlicher Studien ein System entwickelt, das es in Zukunft auch dem Laien erlaubt, ohne jegliche Vorkenntnisse Zugang zu einem simplen Notensystem zu erlangen.
Nachstehend stellen wir Ihnen, geneigter Leser, unser erstes Orchesterwerk vor, das bereits unmittelbar nach seiner Veröffentlichung aufgrund seines trotz der komplexen Tonfolge leicht wiederzugebenden Klangereignisses weltweit von Einsatzdiensten wie Rettung, Feuerwehr, Polizei und dergleichen zur eigenen Nutzung angekauft und in kurzer Zeit zu deren unverwechselbaren Kennmelodie geworden ist.
| Orchesterwerk für zwei Folgetonhörner | |||||||||||||||
| tüü | taa | tüü | taa | tüü | taa | tüü | taa | ||||||||
| ta- | ta- | ta- | ta- | ta- | ta- | ta- | ta- | ||||||||
Der umwerfende Erfolg dieses ersten konzertanten Meilensteines (das wir hier selbstverständlich in kompletter Länge wiedergegeben haben) bestätigte uns in unserer Meinung, dass unsere Kompositionen weit über die als doch eher flach zu bezeichnenden Kompositionen von so durchschnittlichen Musikanten wie Beethoven, Mozart, Bach, Brahms, Haydn etc. (die Aufzählung lässt sich beliebig fortführen) zu stellen sind.
Mehr über unser erstes Auftragswerk können Sie im zweiten Teil der Notenschrift nachlesen.r persönlichen Bereicherung, bei privaten oder karitativen Anlässen konzertant aufzuführen.
Wie wir es bei der Veröffentlichung unserer Entwicklungen und Forschungsstudien bereits zur Tradition gemacht haben, ist es dem interessierten Leser selbstverständlich auch im Falle dieser genialen Partiturpassagen nicht gestattet, diese ohne unsere vorhergehende schriftliche Erlaubnis zum Zwecke der persönlichen Bereicherung, bei privaten oder karitativen Anlässen konzertant aufzuführen.
© The Line, 1998
